Staatssekretärin Sabine Kurtz (MdL) zu Besuch in Korntal

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Staatssekretärin Sabine Kurtz (links) mit Vorstand Michael Köhler (Mitte), Schulleiterin Brigitte Schäfer (rechts) und Auszubildenden der Familienpflege


Herrenberg, 22. November 2021. Am 19. November 2021 fand an der Evangelischen Berufsfachschule für Haus- und Familienpflege in Korntal der „Tag der Freien Schulen“ statt. Zum Tag der Freien Schulen besuchte Staatssekretärin Sabine Kurtz (MdL) die Evangelische Berufsfachschule für Haus- und Familienpflege in Korntal. Sie war neugierig auf die Auszubildenden, von denen nur knapp die Hälfte in Präsenz dabei, die anderen digital zugeschaltet waren. Die Staatssekretärin ging nach einer kurzen Vorstellung ihrer politischen Laufbahn und Aufgabe auf die Klasse zu.

Zunächst ging es um den Zugang zur Ausbildung und um die Frage, warum die Auszubildenden sich in diesem Beruf ausbilden ließen. Fast alle Auszubildenden betonten, dass es vor allem die Vielfalt und Breite der Tätigkeiten ist, die sie an diesem Beruf so spannend fänden. Da er wenig öffentliche Wahrnehmung erfährt, wurden sie häufig zwar nur durch Zufall auf ihn aufmerk-sam, alle sind sich aber einig, dass die Mischung aus Hauswirtschaft, Pflege und erzieherischen Aufgaben in Familien, die in Not geraten sind, sehr befriedigend und sinnhaft erlebt werde. Und so berichten sie auf Nachfrage der Abgeordneten von ihren Einsätzen bei Flüchtlingsfamilien mit Mehrlingsgeburt, wo unsere europäischen Standards von Hygiene und Gepflogenheiten nicht vorauszusetzen sind und erst einmal Grundlagen erarbeitet werden müssten. Oder von Familien, bei denen Fragen der Kindeswohlgefährdungen im Raum stehen und die Familienpflege die Voraussetzungen dafür schafft, dass die Kinder in der Familie bleiben können. Sie berichten auch von Familien, in denen Eltern an Krebs erkrankt sind, und es eine besondere Herausforderung ist, für die Kinder einen Raum zu gestalten, in dem diese mal wieder entspannen und Spaß haben können. Dass dies besondere Kompetenzen im Beziehungsaufbau und auch der eigenen Psychohygiene braucht, wurde schnell deutlich. „Ich habe auch selbst einen Haushalt und Kinder, und die Vorstellung, da kommt jetzt jemand Fremdes und übernimmt einfach alles, ist eher schwierig“, bekennt die Staatssekretärin im Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Wobei das so auch nicht passieren würde, versichern ihr die Auszubildenden mit viel Nachdruck. Wenn sie in Familien gehen, dann stehe an erster Stelle der Beziehungsaufbau, der es den Müttern oder Vätern dann leichter mache, der Familienpfleger:in die Arbeit zu übergeben, die sie selbst nicht mehr leisten können. Denn die Familienpflege kommt ja erst, wenn die Not schon groß ist und die stabilisierenden Strukturen in der Familie nicht mehr gegeben sind. Insofern erleben die Auszubildenden eher selten Ablehnung, sondern in der Regel eine große Dankbarkeit dafür, dass endlich jemand da ist, der wieder Ordnung schafft oder auch gut für die Kinder da sein kann.

Wie groß der Bedarf tatsächlich ist, verdeutlicht eine Auszubildende aus dem ländlichen Raum: „Wir betreuen mit 120 Familienpfleger:innen über 500 Familien“. Man sieht also, dass sowohl im städtischen als auch im ländlichen Bereich dieser Beruf eine wichtige Leistung zur Prävention, aber auch zur Erhaltung familiärer Strukturen erbringt. Und so betonen die Teilnehmenden, dass zur Sicherung dieser Leis-tung auch politische Entscheidungen erforderlich sind, die für Rahmenbedingungen sorgen, durch die die Leistungen für Familien leichter abrufbar sind.

Michael Köhler, Fachlicher Vorstand der Evangelischen Diakonieschwesternschaft Herrenberg-Korntal, und Brigitte Schäfer, Schulleiterin der Berufsfachschule, berichten im Anschluss an den Austausch mit den Schüler:innen noch von den Herausforderungen im Alltag und dem seit einem Jahr stattfindenden Strategieprozess. Dieser soll eine Verbreiterung der beruflichen Einsatzfelder hin in andere Hilfebereich mit familienähnlichen Strukturen vorbereiten, so dass der Beruf für Auszubildende auf Dauer attraktiv und erhalten bleibt. Mit einem Dank für die „vielfältige, wichtige Arbeit und dem Einblick in diesen wertvollen Beruf“ und eine Einladung in den Landtag verabschiedete sich die Staatssekretärin von den Auszubildenden. Die Schule, so war spürbar, wird diese Einladung sicher nutzen, wenn Corona es wieder zulässt, um auch in Zukunft laut die Werbetrommel für diesen Beruf zu schlagen.


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